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Vorhang auf... das Meraner StadttheaterDas Stadttheater ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Größe Merans im ausgehenden 19. Jahrhundert.Die Liebe zum Theaterspielen hat in Tirol eine lange Tradition: Schon im 15. Jahrhundert sind Aufführungen bei Festlichkeiten an den Höfen der Fürsten bekannt.
Eine besondere Attraktion stellten die Meraner Festschauspiele im 19. Jahrhundert dar: Die Kurgäste zeigten sich sehr interessiert an der Vergangenheit Tirols, v.a. an den Tiroler Freiheitskriegen.
Von 1892- 1914 fanden im Frühling und im Herbst regelmäßig Volksschauspiele auf der Wiese am Fuß des Küchelberges statt.
Der Dichter, Meraner Zeremonienmeister und Tausendsassa Carl Wolf machte sich damit verdient. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entschieden sich die Meraner für den Bau eines eigenen Stadttheaters:
„ Modern sollte es sein und extravagant, genau wie wir“ so stellten sich die Bürger das neue Haus vor.
Die Enttäuschung war groß, als die Entscheidung auf den jungen, unerfahrenen und dazu noch unbekannten deutschen Architekten Martin Dülfer fiel.
Doch als dann das Stadttheater, nach nur einjähriger Bauzeit am 01.12.1900 eröffnet wurde, blieb den Bürgern der Stadt gleich die Spuke weg: Ein geniales Bauwerk, | erbaut mit den verschiedensten und edelsten Materalien.
Das elegante Erscheinungsbild der Fassade und die gesamte Innenausstattung sind eine Kombination aller bisher bekannten Formen und Stilrichtungen, mit Marmor- und Stuckverzierungen innen und außen, rotem Samt, Vergoldungen, Kristall, Messing, Schmiedeeisen und Marmor.
Martin Dülfer gehörte der Münchner Gruppe an und war einer der phantasievollsten Begründer des Jugendstils. Er wurde gerade durch den Bau des Meraner Stadttheaters zu einer der gefragtesten Architektenpersönlichkeiten der Jahrhundertwende.
Zu Beginn spezialisierte man sich auf beliebt Operetten, nach dem ersten Weltkrieg, in der Zeit der faschistischen Besetzung, waren hingegen die Opern großgeschrieben. 1937 wurde darum dem Meraner Stadttheater der Name „Puccini“ gegeben.
Der große Opernkomponist Giacomo Puccini war 1923 kurz in Meran gewesen.
In den 70er Jahren begann man das Haus mit großer Sorgfalt für die Details und mit hohem Kostenaufwand zu restaurieren, erst vor kurzem wurde dem Theater sein ursprüngliches Erscheinungsbild gänzlich zurückerstattet. |
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